Wetter besser verstehen

Klimawandel mit KI erforschen

Der berühmte Schmetterlingsschlag, der irgendwo auf der Welt einen Orkan auslösen kann. Was wir bisher nur vermuten können, lässt sich zunehmend transparent darstellen. Dank KI sogar mit einer Prognose für die Zukunft.

Die alte Bauernregel neu gedacht

Wie war das noch? Wenn die Schwalben tief fliegen, dann gibt’s Regen - oder umgekehrt? Wetterprognosen beschäftigen uns schon seit Urzeiten. Beinahe jeden Morgen, wenn wir das Haus verlassen: Wie wird das Wetter? Das Wetter ist wichtig für uns, für den Bauern ganz besonders, denn je nachdem wie die Ernte ausfällt, hängt seine Existenz daran.

Was uns heute noch nicht ganz bewusst ist, dass auch unsere gesamte menschliche Existenz vom Wetter abhängt. Nämlich von seiner Meta-Ebene, dem Klima. Ja, wir wissen, dass es da irgendwelche Zusammenhänge geben mag zwischen der Nutzung von fossilen Energien und Klima oder Plastik und Klima? Die Zusammenhänge sind aber derart abstrakt, dass sie uns kaum erreichen. Zumal sie auch streitbar sind. Es soll sogar Präsidenten geben die behaupten, der Klimawandel sei nicht existent.
Dank KI wird sich dieses Bild zunehmend ändern. Wir werden nicht nur wissen, wodurch die bisherigen Klimaverschiebungen ausgelöst wurden. Wir werden auch voraus sehen können, wie sich das Klima durch unser heutiges Handeln verändern wird. Vielleicht irgendwann sogar, wie ein Schmetterlingsschlag es verändert.

Das Problem dabei: Wir werden derart viele Daten haben, dass wir entscheiden müssen, welche davon relevant sind und welche nicht. Wir werden dabei sehr abstrakt denken müssen, denn all diese Daten haben verschiedene Ursprünge in ihrer Erhebung. Natürlich wird KI uns auch hier helfen, diese Daten zu sortieren. Aber irgend jemand muss sie am Ende des Tages deuten und vorab der KI beibringen sie richtig zu analysieren. Und das nicht nur einmal, sondern mit fortschreitender Entwicklung und neuen Erkenntnissen immer wieder neu. Denn auch in die Entwicklung von KI fließen menschliche Annahmen und Meinungen ein. Diese sind nicht immer frei von Wertungen und manchmal irren sie schlichtweg. Wir werden unsere Kompetenz der analytischen Fähigkeit gut trainieren müssen.

Viel Nutzen für den Alltag

Diese neue analytische Kraft aus Mensch und KI wird uns viel Nutzen im Alltag bringen. Zum einen werden wir uns unseres Handelns immer bewusster. Wenn wir „dieses Produkt“ nutzen, werden wir wissen, welche Auswirkungen das auf das Klima, den sozialen Frieden oder die Entwicklung in Krisenregionen dieser Welt hat. Wir werden dann entscheiden müssen, wie wir mit Produkten umgehen, die vielleicht in einem Teil der Welt Wohlstand, in einem anderen Teil der Welt aber Misstand auslösen. Insgesamt aber können wir unseren Horizont erweitern.

Kommen wir zurück zu unserem Bauern, der ja heute bereits Agrarwirt heißt und in Zukunft vielleicht „digitaler Ernährungswirt“. Er wird in seinem Betrieb auf eine unglaubliche Fülle an Informationen aus der Klimabetrachtung zugreifen können. Er wird zum Beispiel täglich seine Bodenwerte, Luftwerte, seinen verwendeten Samen, seine Wasserqualität, den Bestand an Schädlingen und Nützlingen und unzählige weitere Informationen messen. Und er wird sie vergleichen können mit tausenden Ackern auf der Welt.
Daten geben uns wertvolle Informationen über den Gesundheitszustand unseres Planeten... Aber wir brauchen die Hilfe von Technologie, um diese riesigen Datenmengen zu erfassen und in verwertbare Intelligenz umzuwandeln.
Brad Smith, Microsoft
Mit Hilfe von KI wird er lernen, welche Acker besser gedeihen und er wird mit diesen Informationen besser arbeiten können. Damit wird er Düngemittel einsparen (genauso übrigens mit einer neuen Form der Bewirtschaftung, die bis auf die einzelne Pflanze eingehen wird - aber das ist ein anderes Thema), bessere Erträge haben und eine größere Vielfalt an Pflanzen anbauen, da die KI ihm sagt, dass Tomaten im Umfeld von Basilikum besonders gut gedeihen und wenn dann noch Weinreben in der Nähe sind … All diese Informationen, ergänzt um präzise Wetterinformationen, werden optimale Erntezeitpunkte ergeben.

Aber auch schon optimale Aussat-Zeitpunkte.Der Bauer, sorry „digitale Ernährungswirt“, wird all diese Daten analysieren und abstrahieren müssen, um sinnvolle Entscheidungen zu treffen und Produkte zu erzeugen, die den neuen Werten, die in der digitalen Gesellschaft entstehen (zum Beispiel durch Transparenz) genüge sind.

Schnellere Entscheidungen auf dem Feld

„Wie ernähren wir die Welt, ohne den Planeten zu zerstören?“, fragt Ros Harvey, die The Yield im Jahr 2014 gegründet hat. „Indem wir das Wachstum berechenbar machen.

Das bedeutet, dass die Erzeuger bessere, schnellere Entscheidungen darüber treffen können, wie sie die Lebensmittel produzieren, die auf unsere Teller kommen.“

Zurück zur Natur

KI kann uns helfen, wieder ein besseres Verständnis von Natur zu erhalten. Es ist wie damals in der Agrarwirtschaft, weit vor der Industrialisierung. Hier kannte der Bauer seine Umgebung und hat anhand der von ihm erhobenen „Daten“ und Erfahrungen, seine Entscheidungen getroffen. Und wir waren nahezu alle Bauern.

Das funktionierte damals wunderbar für die von ihm einsehbare Fläche und im Austausch mit seinen Nachbarn. In der heutigen globalen Umwelt reicht das nicht mehr. Jegliches Handeln von uns hat Auswirkungen auf unseren gesamten Planeten. Wir haben zukünftig zunehmend die Daten, die wir brauchen, um das zu steuern. Wir werden Natur wieder verstehen, und das sogar in einem globalen Kontext. Das wird unser Gespür für sie wiedererwecken.

Genauso wie unser Bauer aus der Agrarwirtschaft, werden wir in der digitalen Gesellschaft allerdings unsere Schlüsse ziehen müssen. Durch die Vielzahl der Daten und die globalen Möglichkeiten, werden diese deutlich mehr analytische Kompetenz von uns fordern.

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