Kabellos, aber sicher

Mit einem offenen WLAN macht man sich und seine Daten leicht angreifbar. Was sie tun können, um Ihre eigenen Daten im heimischen Netzwerk sicher zu verwahren, zeigt ihnen dieses Lernmodul.

WLAN-Verbindungen verschlüsseln

Kabellos aber sicher

Thema:
WLAN-Verschlüsselung
Kompetenz:
Folgebewusstsein
Zeitaufwand:
10 min

Prolog

Das heimische Drahtlosnetzwerk ausreichend zu verschlüsseln ist ein wichtiger Schritt, um die eigenen Daten sicher zu verwahren. Das folgende Lernmodul zeigt anhand von Julias Beispiel was dabei zu beachten ist.

Kabellos Online

Julia ist eine junge Studentin und gerade aus dem Elternhaus ausgezogen. Sie freut sich, denn sie hat eben für ihre neue Wohngemeinschaft einen WLAN-Router organisiert, ihn selbst angeschlossen und eingerichtet. Das war ganz einfach und nun läuft alles tadellos, ganz von selbst.
Jetzt kommt Julia in ihrer neuen Wohnung endlich ins Internet. Auch ihr Mitbewohner Robert surft mit seinem Laptop unbeschwert drauf los, denn Robert und Julia teilen sich aus Kostengründen den Anschluss.
Praktisch ist auch, dass sie durch das Netzwerk eine gemeinsame WG-Aufgabenliste führen können, auf die beide durch eine allgemeine Freigabe der Dokumente zugreifen können.
Aber läuft tatsächlich alles so tadellos wie Julia glaubt? Und sind ihre persönlichen Daten im Netzwerk auch wirklich sicher aufgehoben?

Für ausreichend Sicherheit sorgen

Auf der Einweihungsparty der WG ist es dann passiert. Irgendein Gast hat sich in das Netzwerk eingewählt und zum Spaß die WG-Aufgabenliste verändert. Zum Ärger von Julia und Robert.
Wie konnte das geschehen? Warum konnte der Gast auf die Dokumente der WG zugreifen? Der Grund hierfür liegt darin, dass Julias WLAN offen für alle sichtbar ohne Schlüssel zugänglich war. Alle Gäste der Party konnten sich einklinken und so zum Beispiel auf freigegebene Ordner und Dokumente zugreifen, ohne dass Julia und Robert etwas davon mitbekamen. Auch haben Julia und Robert keine Kontrolle darüber, ob die Gäste beim Surfen vielleicht unerlaubte Dinge tun. Das will Julia natürlich nicht und nimmt sich deshalb die Einstellung des Routers noch einmal vor.

WLAN verschlüsseln

Das A und O eines sicheren WLAN-Netzwerkes ist die Einrichtung eines Zugriffschutzes über einen Netzwerkschlüssel. Julia wählt in den Einstellungen bei der Verschlüsselungsart die Möglichkeit WPA2 in Verbindung mit einer sicheren Passphrase aus, denn dies bietet den besten Schutz und ist am schwierigsten zu knacken.

Tipp

Eine sichere und gut zu merkende Passphrase verwenden!
Jetzt ist das WLAN erst einmal geschützt und Julia und Robert geben den Zugang zu ihrem WLAN-Netzwerk in Zukunft nicht leichtfertig heraus.

WLAN für alle

Wie kann Julia jetzt aber das WLAN für Freunde zugänglich machen, die zu Besuch sind, ohne dabei den eingestellten Schutz samt Schlüssel preisgeben zu müssen?
Als Mitbewohner Robert mit zwei Kommilitonen zuhause an einer gemeinsamen Hausarbeit arbeiten möchte, überlegen sie sich eine Lösung. Julia nimmt sich erneut die Einstellungen vor und generiert einen Gastzugang mit einem eigenen Passwort und eingeschränkten Rechten. Mit den Kommilitonen sprechen sie darüber, was diese im WLAN machen dürfen und was bitte nicht.

Tipp

Verschiedene Zugänge generieren mit unterschiedlichen Rechten und Regeln zur Nutzung für Gäste formulieren!
So können Julia und ihre Mitbewohner sicher gehen, dass keiner unberechtigt Veränderungen am WLAN-Netzwerk vornimmt oder private Daten verändern kann.

Verantwortung übernehmen

Nun hat Julia das Wichtigste getan, um ihr Netzwerk und ihre Daten zu schützen. Julia weiß, dass der Besitzer einer WLAN-Verbindung für das verantwortlich ist, was in seinem WLAN-Netzwerk passiert und unter Umständen haftbar gemacht werden kann, sobald jemand unter seiner IP-Adresse im Netz unerlaubte Dinge treibt.

Ihre Erfahrungen möchte Julia in Zukunft auch Anderen zu Gute kommen lassen und spricht im Freundes- und Bekanntenkreis offen über das Thema.

Tipp

Besitzer offener WLAN-Verbindungen auf die Risiken hinweisen!
 

Was können Sie nun selbst tun?

Prüfen Sie die Einstellungen ihres Routers zuhause genau.
Verwenden Sie eine sichere und gut zu merkende Passphrase.
Generieren Sie verschiedene Zugänge mit unterschiedlichen Rechten für Ihre Gäste.
Sprechen Sie mit Ihren Gästen darüber, was sie innerhalb ihres WLANs tun dürfen und was nicht.
Seien Sie Vorbild und helfen Sie anderen dabei ihre heimischen WLAN-Netzwerke ausreichend zu sichern. Weisen Sie Freunde und Bekannte darauf hin, wenn Sie bei ihnen ein offenes WLAN vorfinden.

Unterkapitel:

Glossar

WLAN
Wenn Daten durch die Luft schweben, dann ist keine Zauberei im Spiel, sondern WLAN. Denn WLAN ['ve:la:n] ermöglicht die Datenübertragung via Funkwellen, also beispielsweise das kabellose Surfen im Internet. Um aus dem Internet, das aus der Telefonbuchse an der Wand kommt, WLAN zu machen, braucht man einen entsprechenden WLAN-Router, an dem man dann auch die dringend anzuratende Verschlüsselung und das unbedingt erforderliche Passwort für den Zugriff einstellt. WLAN steht für wireless local area network, zu Deutsch: drahtloses lokales Netzwerk.
Hotspot
Hotspots kann man sich vorstellen als für jedermann zugängliche, meist sogar unverschlossene Eingangstüren ins Internet. Im öffentlichen Raum, zum Beispiel in Restaurants oder Bibliotheken, bieten sie WLAN-Zugang und jeder, der ein WLAN-fähiges Endgerät hat, kann diese Hotspots benutzen, um ins Internet zu kommen. Dabei ist jedoch Vorsicht geboten, denn der Zugang ist häufig unverschlüsselt oder mit einem Schlüssel gesichert, den sehr viele Nutzer kennen.
Datenschutz
Personenbezogene Daten sind ein wertvoller und begehrter Schatz. Der Datenschutz stellt sicher, dass grundsätzlich nur die Person, der die Daten gehören (und in einigen Fällen der Gesetzgeber), bestimmen darf, wer auf diesen Schatz zugreifen darf, um die persönlichen Daten zu speichern, zu verarbeiten oder weiterzugeben. Das soll verhindern, dass die Persönlichkeitsrechte dieser Person verletzt werden, und es soll diesen wertvollen Datenschatz vor Diebstahl und Missbrauch schützen.