Kinder, Medien, Konsequenzen

Neue Medien sind im Alltag der meisten Kinder präsent. Dass hier auch Gefahren lauern, wird noch immer unterschätzt. Das Lernmodul zeigt auf, welche Rechte und Pflichten hier eine Rolle spielen und gibt Tipps für den Umgang mit neuen Medien in der Familie.

Die passende Medienerziehung

Kinder, Medien, Konsequenzen

Thema:
Die passende Medienerziehung
Kompetenz:
Folgebewusstsein
Zeitaufwand:
7 Minuten

Prolog

Die Mediennutzung der Kinder ist in vielen Familien ein Dauerthema, und oft genug ein Dauerstreitthema. Doch Familien können vieles tun, um Kindern einen angemessenen Umgang mit digitalen Medien beizubringen.

Medienalltag in der Familie

Sophie und Benjamin sind Geschwister. Benjamin ist elf Jahre alt, seine Schwester ist anderthalb Jahre älter. Beide lieben es, mit dem Tablet ihres Vaters zu spielen. Sie gucken sich damit Videos auf YouTube an, spielen Onlinespiele, probieren Apps aus, machen Fotos und stöbern im Internet.
Wie in vielen Familien gibt es auch bei Sophie und Benjamin mit den Eltern immer wieder Diskussionen um die Mediennutzung. Besonders heikel wird es, wenn sie bei den Großeltern zu Besuch sind, denn Oma und Opa finden diese ständige Bildschirmguckerei furchtbar und sehen vor allem die Gefahren, die im Internet lauern.

Konfliktpotenzial

Für die Großeltern steht fest: Die Kinder sind noch viel zu klein, um allein im Internet unterwegs zu sein. Deshalb erlauben sie den Internetzugang nur, wenn sie dabei sind und zusehen können, was Sophie und Benjamin da machen.
Das passt den Kindern natürlich überhaupt nicht. Sie murren und maulen und beschweren sich, dass ihre Freundinnen und Freunde sogar schon eigene Tablets haben und dass deren Eltern ihnen einfach vertrauen würden, statt sie ständig zu kontrollieren. Und Mama würde ja schließlich auch ständig auf ihr Smartphone gucken.
 

Gemeinsam Regeln aufstellen

Um die ewigen Auseinandersetzungen zu beenden, beschließen die Großeltern, das Thema bei nächster Gelegenheit mit allen Familienmitgliedern ausführlich zu besprechen und Regeln für die Computernutzung aufzustellen.
Mit diesem Entschluss machen es die Großeltern genau richtig, denn es ist nicht nur wichtig, innerhalb der Familie klare Regeln für die Mediennutzung zu vereinbaren, sondern diese Regeln gemeinsam mit allen Beteiligten zu finden. So steigen die Chancen, dass die Regeln von allen verstanden, akzeptiert und schließlich auch konsequent eingehalten werden.

Regeln für die Mediennutzung

Die Regeln, die die Familie gemeinsam aufstellt, betreffen zum Beispiel folgende Fragen:
Wie lange dürfen Sophie und Benjamin den Computer pro Tag/pro Woche nutzen? Was dürfen sie auf dem Computer (allein) machen, was nicht? Welche Filme, Spiele, Websites, Apps sind für ihr Alter geeignet und welche nicht? In welchen Fällen müssen sie ihre Eltern oder Großeltern hinzuziehen? Zu welchen Zeiten und Anlässen bleibt der Computer grundsätzlich aus? Was passiert, wenn die Computerzeit eigentlich vorbei ist, die Kinder aber mitten in einem spannenden Spiel stecken?

Diese und weitere Fragen hat die Familie geklärt und sogar schriftlich festgehalten.

Erwachsene sind Vorbilder

Eine der Familienregeln lautet zum Beispiel: Keine Bildschirme am Essenstisch. Und das gilt auch für Mama und ihr Smartphone. Die Erwachsenen müssen sich nämlich genauso an die Regeln halten wie die Kinder. Das ist besonders wichtig, da sich Kinder das Verhalten ihrer Eltern und Großeltern zum Vorbild nehmenn. Der Medienumgang der Erwachsenen hat daher großen Einfluss auf den Medienumgang der Kinder.

Alltag mit und ohne Medien

Mit den Familienregeln haben die Diskussionen um die Mediennutzung von Sophie und Benjamin natürlich nicht aufgehört, doch sie sind einfacher geworden, weil Einigkeit über die vereinbarten Regeln herrscht.
Die Vereinbarungen machen es außerdem möglich, den Kindern im abgesteckten Rahmen mehr Freiheiten zu lassen, sodass auch die Großeltern jetzt darauf verzichten, alles zu beaufsichtigen, was die Kinder am Computer machen.
Stattdessen lassen sie sich von Sophie und Benjamin ab zu zeigen, was sie im Internet Interessantes gesehen haben oder von welchem Spiel sie gerade begeistert sind. Das macht auch den beiden Kindern Spaß und die Großeltern entdecken nebenbei auch noch ein bisschen das Internet.
Dem Opa ist das manchmal trotzdem noch zu viel Bildschirmguckerei. Dann schlägt er den beiden einfach einen Ausflug ins Schwimmbad vor oder einen Besuch in der Bastelwerkstatt seines Freundes – und dazu sagen Sophie und Benjamin nicht nein.
 

Was können Sie selbst tun?

Vereinbaren Sie gemeinsam mit allen Familienmitgliedern Regeln für die Mediennutzung.
Halten Sie sich selbst an die aufgestellten Regeln.
Machen Sie sich ihre Vorbildwirkung im Umgang mit Medien bewusst und verhalten Sie sich entsprechend.
Achten Sie darauf, dass die Kinder altersgerechte Angebote nutzen.
Sprechen Sie regelmäßig mit Ihren Kindern über das, was sie mit Medien tun und erleben. Lassen Sie es sich auch zeigen.
Machen Sie deutlich, dass Sie als Ansprechpartner bzw. Ansprechpartnerin zur Verfügung stehen, wenn ihre Kinder Fragen haben oder bei der Mediennutzung Erfahrungen gemacht haben, die sie ängstigen oder verunsichern.
Achten Sie darauf, dass Aktivitäten mit Mediennutzung und Aktivitäten ohne Mediennutzung in einem ausgewogenen Verhältnis stehen.
Bieten Sie Ihren Kindern Alternativen zur Mediennutzung an.

Unterkapitel:

Glossar

Kinder- und Jugendschutz
Wie eine schützende Hand, die Gefahren und Sorgen von einem Menschen fernhält, wacht die Kinder- und Jugendschutzsoftware darüber, dass Kinder und Jugendliche nur altersgerechte Onlineangebote nutzen, wenn sie im Internet surfen. Nicht altersgerechte Angebote werden von der Software blockiert. Je nach Alter des Kindes kann von den Erwachsenen bestimmt werden, welche Angebote blockiert werden sollen und welche nicht.
Datenschutz
Personenbezogene Daten sind ein wertvoller und begehrter Schatz. Der Datenschutz stellt sicher, dass grundsätzlich nur die Person, der die Daten gehören (und in einigen Fällen der Gesetzgeber), bestimmen darf, wer auf diesen Schatz zugreifen darf, um die persönlichen Daten zu speichern, zu verarbeiten oder weiterzugeben. Das soll verhindern, dass die Persönlichkeitsrechte dieser Person verletzt werden, und es soll diesen wertvollen Datenschatz vor Diebstahl und Missbrauch schützen.
Cybermobbing
Wird jemand über einen längeren Zeitraum beleidigt, schikaniert, bloßgestellt, diffamiert oder sogar bedroht, spricht man von Mobbing. Findet das Mobbing via Mobiltelefon oder im Internet statt (zum Beispiel in sozialen Netzwerken), wird es Cybermobbing genannt. Das Cybermobbing wird häufig als besonders quälend erlebt, weil viele Täter anonym bleiben und die Mobbingattacken via Internet zu jeder Zeit und an jedem Ort passieren können.