Erst denken, dann posten

Facebook, Xing, Google+, Tumblr, Twitter und wie sie alle heißen – soziale Netzwerke sind beliebt und werden fleißig genutzt. Das Lernmodul zeigt, was unsere dortigen Beiträge mit unserer Onlinereputation zu tun haben.

Zum Umgang mit sozialen Netzwerken

Erst denken, dann posten

Thema:
Soziale Netzwerke
Kompetenz:
Beurteilungsvermögen
Zeitaufwand:
8 min

Prolog

Rund zwei Drittel der deutschen Internetnutzer sind in sozialen Netzwerken aktiv. Doch viele sind sich nicht immer völlig im Klaren darüber, wer genau ihre geposteten Fotos, Videos, Links und Texte sehen kann und welche Auswirkungen diese Beiträge auf ihren guten Ruf haben könnten.

Große Reichweite

Nehmen wir zum Beispiel Friedrich und Maria, die beide sehr aktiv sind in sozialen Netzwerken – doch jeweils auf ganz unterschiedliche Art und Weise.
Friedrich ist passionierter Modellbauer und absolut begeistert von den Möglichkeiten des Internets. Neben unzähligen Bauanleitungen und Videos findet er dort nämlich auch jede Menge Gleichgesinnte, mit denen er in Foren, Blogs und via Twitter und Facebook in regem Austausch steht.
Friedrich postet und kommentiert quasi alles, was irgendwie mit Modellbau zu tun hat. Er ist vor allem in einschlägigen Modellbauforen und bei Twitter sehr aktiv und hat sich da schon einen gewissen Namen gemacht.

Außerdem fügt er immer wieder neue Nutzer zu seinen Kontakten hinzu und beschränkt die Sichtbarkeit seiner Beiträge kaum, um möglichst viel Aufmerksamkeit für sich und für seinen Modellbauklub zu bekommen.

Folgenreiche Beiträge

Doch nicht immer erntet Friedrich für seine Aktivitäten positive Resonanz. Denn hin und wieder unterlaufen ihm unbedachte Forenkommentare oder fragwürdige Tweets, die dann den Widerspruch oder den Ärger anderer Nutzer provozieren.
Schnell entspinnen sich zum Teil sehr unsachliche Debatten um seine Beiträge und um seine Person. Und das zieht dann durchaus weite Kreise, sodass sogar der gute Ruf seines Modellbauklubs bereits einige Male in Gefahr geriet.

Tipp

Erst denken, dann posten – sonst kann ein Beitrag schon einmal unangenehme Folgen nach sich ziehen.

Networking mit Augenmaß

Ganz anders als Friedrich verhält sich Maria. Zwar nutzt auch sie ausgiebig die Möglichkeiten sozialer Netzwerke, kontrolliert aber ganz bewusst, wer ihre Beiträge sehen kann, wer zu ihren Kontakten gehört und wo sie von anderen erwähnt wird.
Maria nutzt soziale Netzwerke auch, um berufliche Kontakte herzustellen und zu pflegen. Deshalb achtet sie sehr genau darauf, was sie postet und mit wem sie in Kontakt tritt. Sie postet, kommentiert und teilt vor allem Inhalte, die mit ihrer beruflichen Fachrichtung in Zusammenhang stehen.

Und sie prüft immer, ob diese Inhalte einer seriösen Quelle entstammen. Mit privaten Informationen ist sie eher zurückhaltend. Und wenn sie doch einmal ein privates Foto postet, achtet sie darauf, dass es keine Peinlichkeiten enthält und keine Personen abbildet, die damit nicht einverstanden sind.

Qualität statt Quantität

Marias Reichweite in sozialen Netzwerken ist aufgrund ihrer eher zurückhaltenden Aktivitäten nicht besonders groß. Dafür ist die Qualität ihrer Kontakte sehr hoch. Sie kennt jeden ihrer Kontakte auch persönlich und pflegt zu den meisten eine sehr verbindliche Beziehung. Das hat ihr auch bereits einige wertvolle berufliche Empfehlungen verschafft.

Was können Sie selbst tun?

Überprüfen Sie die Privatsphäreeinstellungen Ihres Nutzerprofils.
Überlegen Sie vor der Veröffentlichung eines Beitrages, welche Wirkung dieser Beitrag auf andere haben kann.
Achten Sie auch auf die Quelle und den Kontext von Inhalten, die sie teilen, kommentieren oder liken.
Bedenken Sie, dass es keine hundertprozentige Garantie dafür gibt, dass Ihre Beiträge nicht auch von Unbekannten gesehen und weiterverbreitet werden können.
Setzen Sie nicht nur auf eine möglichst große Reichweite, sondern achten Sie auch auf die Qualität Ihrer Kontakte.

Unterkapitel:

Glossar

Online-Ruf
Der Online-Ruf ist der Ruf einer Person, der aus den Informationen entsteht, die es über diese Person und von ihr im Internet gibt. Wie ein Puzzle setzt er sich aus vielen Einzelteilen zusammen (Fotos, Videos, Textbeiträge, Kommentare, Tags, Tweets, Profile in sozialen Netzwerken etc.), die im Internet von anderen eingesehen, kommentiert, weitergegeben oder sogar neu hinzugefügt werden können. Es ist daher wichtig, im Blick zu behalten, wie und woraus sich das Puzzle zusammensetzt.
soziale Netzwerke
So wie Menschen sich gern zum Kaffeeklatsch oder zum Sport treffen, suchen sie auch im Internet die Gemeinschaft mit anderen. Den Ort dafür bieten soziale Netzwerke. Das sind virtuelle Gemeinschaften mit einer Onlineplattform als Treffpunkt. Dort können die Mitglieder des Netzwerkes ein persönliches (für andere sichtbares) Profil von sich erstellen, die Profile der anderen Mitglieder sehen, mit ihnen kommunizieren und sich austauschen. Das bekannteste soziale Netzwerk ist Facebook.
Cybermobbing
Wird jemand über einen längeren Zeitraum beleidigt, schikaniert, bloßgestellt, diffamiert oder sogar bedroht, spricht man von Mobbing. Findet das Mobbing via Mobiltelefon oder im Internet statt (zum Beispiel in sozialen Netzwerken), wird es Cybermobbing genannt. Das Cybermobbing wird häufig als besonders quälend erlebt, weil viele Täter anonym bleiben und die Mobbingattacken via Internet zu jeder Zeit und an jedem Ort passieren können.