Gesehen und gefunden

Wenn ein Nutzer online geht oder mobile Dienste verwendet, werden immer auch ortsbezogene Daten von ihm erhoben. Warum es wichtig ist, diese nicht leichtfertig preiszugeben, zeigt dieses Lernmodul.

Geolokalisierung und ihre Folgen

Geolokalisierung und ihre Folgen

Thema
Gesehen und gefunden
Kompetenz
Folgebewusstsein
Zeitaufwand
6 min

Prolog

Standortdaten eines Nutzers, die im Internet oder von mobilen Diensten erhoben werden, können je nach Anwendung auch für andere Nutzer sichtbar sein und so Rückschlüsse auf den Aufenthaltsort, das Bewegungsprofil und Aktivitäten einer Person zulassen.

Vielfältige Anwendung

Bestimmte Dienste und Apps brauchen die Geodaten eines Nutzers, um vollumfänglich arbeiten zu können. Diese sogenannte Geolokalisierung ist jedoch in manchen Fällen auch überflüssig und kann unter Umständen sogar zu Problemen führen.
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In vielen Situationen werden Standortdaten erhoben. Sei es beim Posten, bei der Nutzung einer App oder sogar im Urlaub.

Standortbestimmung

Der Standort eines Nutzers kann auf verschiedenen Wegen ermittelt werden: Bereits die IP-Adresse des Computers liefert Informationen über dessen ungefähren Standort. YouTube nutzt das zum Beispiel, um Videos, die in bestimmten Ländern nicht verfügbar sind, für die IP-Adressen dieses Landes zu sperren.
Eine weitere Möglichkeit der Standortbestimmung ist das GPS (Global Positioning System), bei dem der Standort des Nutzers mithilfe von Satellitennavigation bestimmt wird. Typisches Einsatzfeld ist das Navigationsgerät fürs Auto.
Darüber hinaus kann der Standort eines Nutzers auch über das Mobilfunknetz bestimmt werden. Der Netzbetreiber kann dabei erfassen, in welcher Mobilfunkzelle sich ein Handy befindet, sprich: mit welchem Mobilfunkmast das Gerät gerade kommuniziert. Der Standort des Sendemastes und dessen Reichweite ermöglichen dann, die Position des Handys zu orten.
 

Datenschutz

Werden Standortdaten von Nutzern erfasst, geht es auch um den Datenschutz. Schließlich kann es sich hier um sensible personenbezogene Daten handeln. Und nicht immer ist für den Nutzer leicht erkennbar, in welchem Umfang Daten an den Anbieter gesendet werden und was mit diesen Daten passiert.
Standortdaten und Bewegungsprofile können eine Menge über einen Nutzer verraten. Zum Beispiel das Wohngebiet, die Arbeitsstelle, das bevorzugte Einkaufszentrum oder die täglichen Wege. Deshalb sind sie sehr begehrt. Sie ermöglichen Unternehmen und Anbietern zum Beispiel, Angebote oder Marketingstrategien zu personalisieren und Nutzerprofile zu erstellen.

Tipp

Mit ortsbezogenen Daten möglichst sparsam umgehen!

Öffentlich sichtbar

Ortsbezogene Daten werden jedoch nicht nur erhoben und weiterverarbeitet, sondern in manchen Anwendungen auch gleich noch veröffentlicht. Gepostete Fotos oder Beiträge in sozialen Netzwerken werden dann zum Beispiel mit dem aktuellen Standort des Nutzers versehen. Und alle, die den Beitrag sehen können, wissen, wo sich der Nutzer gerade befindet.
Da sich Freundeskreise in sozialen Netzwerken sehr weit verzweigen können, können auf diesem Wege unter Umständen auch völlig fremde Personen erfahren, dass zum Beispiel die gesamte Familie gerade im Urlaub ist und das Anwesen von Rapper MC Fantastic in Wuppertal für zwei Wochen leer steht.

Tipp

Sobald in sozialen Netzwerken Fotos und Beiträge mit Standortdaten veröffentlicht werden, immer auch die Privatsphäre-Einstellungen überprüfen!

Der gute Ruf

Sichtbare Informationen über den Aufenthaltsort können außerdem die eigene Onlinereputation beeinflussen. Denn oft lassen sie Rückschlüsse zu über Interessen, Aktivitäten oder Gruppen, zu denen man gehört.
Ein Post mit der Standortangabe „O2 Arena“ offenbart so vielleicht versehentlich den Kollegen und Freunden die etwas peinliche Vorliebe für schnulzige Schlagermusik, weil alle wissen, dass an diesem Abend in der Halle das Konzert eines bekannten Schlagerstars stattfindet.

Tipp

Standortinformationen nicht unüberlegt öffentlich machen! Immer auch die eigene Onlinereputation achten!
 

Was können Sie selbst tun?

Achten Sie darauf, welche Ihrer verwendeten Apps und Dienste Standortdaten erheben.
Schalten Sie die Standortbestimmung Ihres mobilen Endgerätes nur ein, wenn Sie eine Anwendung benutzen, die die Geodaten zwingend benötigt (zum Beispiel Navigations-App).
Prüfen Sie in Ihren Anwendungen, wer ihre ortsbezogenen Daten sehen kann.
Passen Sie Ihre Privatsphäre-Einstellungen in sozialen Netzwerken an, wenn Sie Standortdaten veröffentlichen wollen.
Machen Sie sich bewusst, welche Informationen aus Ihren Standortdaten über Sie abgeleitet können, und achten Sie dabei auch auf Ihren guten Ruf im Netz.

Unterkapitel:

Glossar

Cookies
Beim Aufruf vieler Webseiten wird auf dem Computer ein Cookie (englisch für „Keks“) hinterlegt, der kleine Informationshäppchen enthält. Beim erneuten Besuch der Webseite werden die im Cookie gespeicherten Informationen übertragen und die Webseite wird dann mit nutzerspezifischen Voreinstellungen (wie Kundendaten etc.) aufgerufen. Das ist zwar praktisch, doch können so auch Profile über Surfgewohnheiten erstellt werden. Deshalb verzichten viele Nutzer auf den Genuss dieser besonderen Kekse und deaktivieren die Cookies.
Privatsphäre
Meine Daten. Meine Post. Mein Telefonat. Meine Wohnung. – Alle Menschen haben das Recht, sich in bestimmten nichtöffentlichen Bereichen ihres Lebens frei und unbehelligt von äußeren Einflüssen zu entfalten. Diese Bereiche bilden die Privatsphäre und genießen besonderen Schutz. Umgangssprachlich versteht man unter Privatsphäre ganz persönliche Lebensbereiche, die vor anderen Menschen verborgen bleiben oder nur mit sehr vertrauten Personen geteilt werden.
Social Media/soziale Medien
Soziale Medien sind die Dorfplätze oder Gemeindezentren des Internets, sozusagen digitale Begegnungsstätten. Sie geben Nutzern die (technische) Möglichkeit, miteinander zu kommunizieren und digitale Inhalte gemeinsam oder einzeln zu erstellen, zu publizieren und untereinander auszutauschen. Solche digitalen Treffpunkte sind zum Beispiel Foren, Weblogs oder soziale Netzwerke.