Wie IT-fit ist Deutschland?
Computer werden heute nicht mehr nur in Büros eingesetzt: Inzwischen arbeiten zwei von drei Menschen tagtäglich mit PC und Internet - Tendenz steigend.
Die Initiative IT-Fitness von Microsoft Deutschland und Partnern testet daher seit drei Jahren die IT-Kenntnisse von Menschen in Deutschland mit dem Ziel, das Qualifizierungsniveau zu erhöhen und bis 2010 vier Millionen Menschen fit im Umgang mit PC und Internet zu machen. Mehr als zwei Millionen Menschen in Deutschland haben seit März 2007 den IT-Fitness-Test absolviert. 120.000 davon haben durch die Angabe ihrer persönlichen Daten die anonyme Bestandsaufnahme zur IT-Kompetenz in ganz Deutschland ermöglicht.
Zum IT-Fitness-Test
Der kostenlose IT-Fitness-Test fragt berufsrelevante IT-Grundkenntnisse ab. Der Test basiert auf dem internationalen Standard IC3 und gliedert sich in die vier Bereiche: Grundlagen, Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Internet – Basiskenntnisse, die heute in nahezu jedem Beruf gefragt sind. Die Testteilnehmer können maximal 42 Punkte erreichen. Eine Urkunde weist nach, wie IT-fit die Testteilnehmer sind. Sie kann den Bewerbungsunterlagen beigelegt werden.
Besorgniserregende Ergebnisse
Im Durchschnitt beantworten die Menschen in Deutschland jede dritte Frage zu wichtigen berufsrelevanten IT-Basiskenntnissen falsch.
IT-Kenntnisse sind jedoch Schlüsselqualifikationen und ein wichtiger Faktor für den Erhalt und die Schaffung von Arbeitsplätzen, die Wettbewerbskraft und damit auch die Zukunftsfähigkeit Deutschlands.
Wenig Computerkenntnisse bei der Jugend und der Generation 50+
Große Wissenslücken bei Jung und Alt
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Die Auswertung hat ergeben, dass Junge und Alte die größten Weiterbildungsmuffel sind. Besonders schlecht sind die Ergebnisse der unter 20-Jährigen. Gerade junge Leute, die mit PC und Internet aufwachsen und an der Schwelle von Ausbildung zum Beruf stehen, weisen große Wissenslücken auf.
Viele Jugendliche können jede zweite Frage nach gängigen IT-Basiskenntnissen nicht korrekt beantworten, liegen damit signifikant unter dem bundesweiten IT-Fitness-Durchschnitt.
Bei vier Gruppen ist das Computerwissen besonders mangelhaft: bei Schülern und Azubis, bei Arbeitsuchenden, bei Frauen und auch im Handwerk. Vor allem Berufseinsteiger und Arbeitsuchende würden also von IT-Aus- und -Weiterbildung profitieren.
Große Defizite in den neuen Bundesländern
Die Deutschen sind nicht fit für die Zukunft
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Vor allen in den neuen Bundesländern mit hoher Arbeitslosigkeit, ist die IT-Fitness gering. Auch in Bremen und dem Saarland mit steigender Arbeitslosigkeit ist der Bedarf nach IT-Qualifizierung weiterhin groß.
Aktivitätsindex in %
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Die Zahl der Personen, die den IT-Fitness-Test absolviert haben, ist in den Bundesländern mit mangelnder IT-Fitness vergleichsweise hoch.
Armutsquoten
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Die Zahlen weisen auf einen besorgniserregenden Zusammenhang zwischen dem Qualifizierungsniveau und Armut hin. Bis auf Sachsen schneiden vor allem die neuen Bundesländer mit hohen Armutsquoten bei der IT-Fitness-Untersuchung schlecht ab.
Frauen im beschäftigungsfähigen Alter sind weniger IT-fit als Männer.
Ergebnisse IT-Fitness-Test Punkte nach Geschlecht
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Vor allem Frauen zwischen 30 und 40 Jahren fehlt das Computerwissen, das für einen erfolgreichen Wiedereinstieg in den Beruf, etwa nach einer Mutterpause, nötig ist. Männer erreichen im IT-Fitness-Test deutlich höhere Punktzahlen als Frauen. Insbesondere im Spitzenbereich des Tests schneiden Männer beim IT-Fitness–Test erfolgreicher ab als Frauen.
Weiterhin großer Weiterbildungsbedarf im Handwerk
Die Deutschen sind nicht fit für die Zukunft
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Im Vergleich der Branchen zeigt sich, dass vor allem im Handwerk noch immer IT-Weiterbildungsbedarf herrscht. Denn selbst in traditionell eher IT-fernen Berufen – wie beispielsweise dem Bäckerhandwerk – sind heute IT-Kenntnisse gefragt.
In Schulen die Weichen richtig setzen
Große Wissenslücken bei Jung und Alt
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Auch bei den Lehrern besteht – trotz auf den ersten Blick guter IT-Fitness-Ergebnisse – noch Nachholbedarf. Nur etwa 500 von insgesamt über 700.000 Lehrern in Deutschland haben sich dem Test gestellt. Lehrer beantworten im Durchschnitt 30 der 42 Wissensfragen (ca. 70 Prozent) korrekt. Wenige Lehrer nutzen den Computer allerdings im Unterricht. Im internationalen Vergleich aller OECD-Staaten wird der PISA-Studie von 2006 zufolge in Deutschland der Computer am seltensten als Lernwerkzeug im Unterricht eingesetzt.
Deutschland: eines der Schlusslichter im europäischen Vergleich
Die aktuellen Untersuchungsergebnisse bekräftigen die Resultate einer Studie des Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) im Auftrag der Initiative IT-Fitness vom November 2008: IT-Weiterbildung hat eine enorme Hebelwirkung für die Gesamtwirtschaft. 1,8 Milliarden Euro das jährlichen Wertschöpfungszuwachses in Deutschland basieren auf IT-Qualifizierung. Mit einem Anteil von 30 Prozent aller Beschäftigten, die sich beruflich weiterbilden, ist Deutschland neben Italien jedoch eines der Schlußlichter im Europäischen Vergleich.