DIW-Studie: Durch fehlende Weiterbildung verschenkt Deutschland jährlich 4,5 Milliarden Euro
IT-Qualifikation als Wertschöpfungstreiber wird noch zu wenig Bedeutung beigemessen
Rund 4,5 Milliarden Euro gehen der Bundesrepublik Deutschland durch fehlende Weiterbildung jährlich verloren. Im europäischen Vergleich liegt Deutschland auf einem der letzten Ränge. Geringere Wertschöpfungszuwächse lassen sich dabei auch auf mangelnde IT-Weiterbildung zurückführen. Denn 75 Prozent des Produktivitätswachstums wird durch die Nutzung von Informationstechnologie generiert. IT-Kompetenz spielt daher eine entscheidende Rolle in der Gesamtwirtschaft. Laut der DIW-Studie im Auftrag der Initiative IT-Fitness von Microsoft Deutschland und Partnern lohnt sich kontinuierliche Qualifizierung für jeden einzelnen Arbeitnehmer. Das Einkommen steigt mittelfristig im Durchschnitt um zwei Prozent. Die Studie zeigt jedoch auch, dass nicht alle den gleichen Zugang zu Weiterbildung haben und vor allem das Bildungsniveau ein bestimmender Faktor ist.
Berufliche Qualifizierung hat eine enorme Hebelwirkung für die Gesamtwirtschaft, Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Investitionen im Personalbereich, die jetzt erfolgen, legen den Grundstein für zukünftigen wirtschaftlichen und beruflichen Erfolg. Dabei ist Deutschland bei der Weiterbildungsbeteiligung im europäischen Vergleich eines der Schlusslichter. Nur jeder dritte Erwerbstätige qualifiziert sich derzeit gezielt weiter. Die fehlenden Investitionen in Weiterbildung bleiben nicht ohne Wirkung. Während Schweden pro Jahr einen Wertschöpfungszuwachs von 329 Euro je Beschäftigten verzeichnet und damit in Europa Spitzenreiter ist, stehen dem nur 172 Euro pro Erwerbstätigen in Deutschland gegenüber. Damit entgehen der Bundesrepublik Deutschland jährlich rund 4,5 Milliarden Euro an zusätzlicher Wertschöpfung.
„Berufliche Weiterbildung zahlt sich aus. Arbeitnehmer verdienen besser, erhöhen die Produktivität und sichern dadurch den Erfolg des Unternehmens – und auch ihren eigenen Arbeitsplatz. Jobsuchende verbessern mit entsprechenden Zusatzkenntnissen ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt. IT-Kenntnisse spielen dabei eine entscheidende Rolle“, bekräftigt Achim Berg, Beiratsvorsitzender der Qualifizierungsinitiative IT-Fitness und Vorsitzender der Geschäftsführung von Microsoft Deutschland.
IT-Kenntnisse als Wertschöpfungstreiber
75 Prozent des Wachstums der Arbeitsproduktivität werden durch die Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologie generiert. Dennoch finden bisher nur 36 Prozent der Weiterbildungsmaßnahmen zu IT-Inhalten statt. 1,8 Milliarden Euro des jährlichen Wertschöpfungszuwachses in Deutschland können auf IT-Qualifizierung zurückgeführt werden.
„Investitionen in IT versprechen höchste Produktivitätszuwächse. Aber nur mit einer entsprechenden Weiterbildung lassen sich alle Effizienzgewinne für unsere Volkswirtschaft realisieren. Dieser Zusammenhang liegt auf der Hand und wird doch nicht berücksichtigt. Enorme gesamtwirtschaftliche Chancen und Potenziale warten darauf, durch Investitionen in Weiterbildung von uns realisiert zu werden“, betont Klaus F. Zimmermann, Präsident des DIW Berlin.
Bildungsniveau beeinflusst Weiterqualifizierungsniveau
Betrachtet man das Weiterbildungsengagement gibt es laut DIW-Studie signifikante Unterschiede hinsichtlich der Vorbildung von Berufstätigen. So bilden sich 34 Prozent der Erwerbstätigen mit Hochschulabschluss weiter. Bei den Arbeitnehmern ohne Hochschul- oder Berufsausbildung sind dies lediglich acht Prozent. Für einen besseren Zugang zu Weiterbildung, so die Studienergebnisse, sind jedoch nicht nur Schul- und Ausbildung, sondern auch Alter, berufliche Stellung und Nationalität entscheidend.
Weitere Informationen zur Studie finden Sie Rubrik Presse und in der digitalen Pressemappe.