Moderne Technologien sind die Motoren der Landwirtschaft

Die Internationale Grüne Woche in Berlin (bis zum 24. Januar 2010) zieht auch in diesem Jahr wieder mehrere Hunderttausend Besucher aus aller Welt an. Auf dem ErlebnisBauernhof (Halle 3.2) ist Anne Hartmann zu Gast. Die Landwirtin und Bundesvorsitzende der Deutschen Landjugend (BDL) gibt einen Einblick darüber, wie wichtig der Einsatz moderner Technologien und der kompetente Umgang mit IT in der Landwirtschaft ist.

 

„Ein Landwirt ist heutzutage ein Unternehmer, der mit dem Einsatz modernster Technologien die Effizienz seines Betriebes steigert, sein Lager führt, seine Buchhaltung und die Kommunikation mit Kunden abwickelt“, sagt die angehende Agrarwissenschaftlerin. Rund 30 Prozent seiner Arbeitszeit verbringe der Landwirt daher am Computer, schätzt sie.

Damit meint sie nicht nur den PC, der auf dem Schreibtisch steht. Von der Tierhaltung bis zum Pflanzenanbau – die Produktivität hängt in der Landwirtschaft auch vom Einsatz moderner Technologien ab. Das beginnt schon beim Anbau von zum Beispiel Getreide: „Mit einer Sähmaschine kann ich aufs Korn genau abzählen, was ich pro Quadratmeter aussäe, um dann im weiteren Verlauf den Pflanzenbestand optimal zu versorgen“, erzählt Anne Hartmann, die auf einem Bauernhof bei Lüneburg aufwuchs und nun bei ihrem Verlobten Ingo Dittmer auf einem Hof in Diersbüttel lebt und an der Fachhochschule Osnabrück studiert.

Sie schätzt, dass die Ernteerträge früher um bis zu Zweidrittel niedriger lagen als in der heutigen Zeit und nennt Beispiele, bei welchen Arbeitsschritten Technologien Kosten optimieren können. Da sind zum einen die umweltschonenden Düngungssensoren an den Traktoren, die anhand des Blattgrüns erkennen, wie zart oder wie kräftig eine Pflanze ist und wie viel Düngung sie dementsprechend braucht. „Aber auch die auf Tierhaltung spezialisierten Landwirte kommen nicht ohne Technologie aus. Kühe tragen eine Art Halsband mit Plakette, in denen ein Chip integriert ist“, berichtet sie. „Wenn die Kühe über eine automatisch gesteuerte Futteranlage so genanntes Energiefutter erhalten, identifiziert der Sensor die jeweilige Kuh anhand ihres Chips, und teilt ihr genau die Menge Kraftfutter zu, die für sie vorgesehen wurde.“

Sie erzählt, dass ihr Verlobter den 280 Ha großen Hof alleine mit seinem Vater bearbeitet. Das sei ohne den Einsatz von Technologie gar nicht denkbar, sagt sie und erklärt, dass jede Arbeitsmaßnahme laut Subventionsvorschriften des Staates ohnehin aufgezeichnet werden muss.

„Dafür haben wir die Computer an den Treckern. Ihre Aufzeichnungen übertragen wir in die jeweiligen Dateien der einzelnen Acker, die wir im Büro-PC führen.“

Auf diese Weise kann bei den Auswertungen auch festgestellt werden, welche Arbeit welche Kosten verursacht und wie viel Zeit dafür in Anspruch genommen wurde. Auch die Lagerbestandsführung und viele Bestellungen werden per Computer ausgeführt. Leider müsse man sich das Technologiewissen meistens selber in der Praxis aneignen. „In der Schule hatte ich in der 10. Klasse Informatikunterricht. Doch richtig beschäftigt habe ich mich erst mit IT seit dem Studium.“

Als Bundesvorsitzende des BDL liegt Anne Hartmann auch die Vernetzung junger Landwirte am Herzen. „Ein Online-Portal oder ein Forum, auf dem sich Landwirte austauschen könnten, wäre klasse. Natürlich gibt es schon spezifische Portale. Aber das könnte man noch optimieren.“


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